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Seit 23 Jahren sagt Pinocchio Netanjahu die iranische Bombe für übermorgen an.

Netanjahu ist wütend. Weil endlich eine friedliche Lösung im Nuklearstreit mit Iran naht. Frieden mit Iran wäre zwar gut für sein Land, aber nicht für ihn. Netanjahu braucht Feinde, um gewählt zu werden. In friedlichen Zeiten wählt niemand kriegslüsterne Rambos wie ihn.

Letztlich hat Netanjahu den nun denkbaren Nuklear-Kompromiss mit Iran sogar beschleunigt. Weil niemand seine Warnungen mehr ernst nimmt. Seit 23 !!!! Jahren sagt er die iranische Bombe für übermorgen an. Erstmals 1992 für 1995-1997. Immer lag er daneben. Seine Glaubwürdigkeit liegt unter Null.

2012 hielt Netanjahu vor der UNO-Vollversammlung spektakulär die Karikatur einer Atombombe hoch und zeichnete die „rote Linie“ ein, ab der Irans Bombe nicht mehr zu stoppen sei: Ab 2013. Doch wieder mogelte er. Sein eigener Geheimdienst Mossad dementierte seine Übertreibungen in einem inzwischen veröffentlichten Bericht an den Geheimdienst Südafrikas. Nicht einmal der Mossad glaubt noch der Kassandra Netanjahu.

Die Welt sollte daher in aller Ruhe ein wasserdichtes Nuklear-Abkommen mit Iran schließen. Und danach beginnen, einmal all die Nuklearmächte zu kontrollieren, die sich heimlich Atomwaffen angeschafft haben. Angefangen bei Israel, das sich ohne jede Kontrolle mindestens 200 Atomgefechtsköpfe zugelegt hat. Israelische Atombomben sind nicht besser als iranische. Wie man heute weiß, standen sie schon mehrfach kurz vor dem Einsatz. Zum Beispiel im Yom Kippur-Krieg.

Alle Atomwaffen sind des Teufels. Auch die Israels. Sie sollten alle verschrottet werden. Versprochen haben die Unterzeichner des Atomwaffen-Sperrvertrags dies schon vor Ewigkeiten. Gehalten haben sie ihr Versprechen nie. Die doppelte Moral der Atommächte schreit zum Himmel. Oder in Einsteins Worten: „Der Mensch erfand die Atombombe. Doch keine Maus der Welt würde eine Mausefalle konstruieren.“

Mit Ausnahme Netanjahus vielleicht: Er hat sich mit seinem Amoklauf in den USA in eine bemerkenswerte verhandlungstaktische Mausefalle verrannt. Obama dürfte wenig Lust verspüren, ihn da so schnell wieder herauszulassen. Euer JT

PS: ZUM SONNTAGSPOST: Viele Zuschriften zum „Alten Testament“ waren spannend. Manche Kritiker aber irrten: Für Christen ist das „Alte“ Testament in keinem Punkt überholt, sondern unauflösbarer Teil ihres Glaubens. Es ist daher falsch zu sagen: „Das Alte Testament gilt für uns Christen ja nicht mehr. Wir haben jetzt das Neue Testament.“

Jesus selbst sagt in der Bergpredigt? „Ihr sollt nicht meinen, dass ich gekommen bin, das Gesetz oder die Propheten [das Alte Testament] aufzulösen; ich bin nicht gekommen (es) aufzulösen, sondern (es) zu erfüllen.“ Seine Bibel war nur das Alte Testament. Genauso wie für die ersten Christen. Altes und Neues Testament bilden für Christen von heute eine unauflösbare Einheit. Das ist für jedermann auf der Website der Evangelischen Kirche in Deutschland, EKD, unmissverständlich nachlesbar. Sorry!