Schulbus-Massaker

Schulbus-Massaker
STOPPT DIE KILLER-BOMBEN AUF DEN JEMEN!

Liebe Freunde, heute Morgen bombardierte eine von den USA und Großbritannien bewaffnete saudische Koalition einen jemenitischen Schulbus auf dem Weg zu einem Ferienlager. 43 Menschen, meist Schulkinder, starben. Vor mir liegen dutzende Fotos schwer verletzter, verstümmelter Schulkinder. Viele westliche Medien werden sie nicht veröffentlichen. Angeblich aus Jugendschutz-Gründen. In Wahrheit, weil die Täter unsere Verbündeten sind.

Das alles geschah nur wenige Stunden nachdem die USA neue Sanktionen gegen Russland verhängten – wegen des angeblichen Giftgas-Attentats auf den russischen Ex-Agenten Skripal. Gegen dieses unbewiesene (!) Attentat hatte der gesamte Westen protestiert. Zum bewiesenen Mord an dutzenden jemenitischen Kindern gibt es keinen vergleichbaren Proteststurm. Stellt Euch vor, was los wäre, wenn in Deutschland ein Schulbus bombardiert würde und zahllose Schulkinder sterben würden!

Letzte Woche bombardierte dieselbe Killer-Koalition ein Krankenhaus und einen Fischmarkt in Hodeida. Und ermordete 56 Unschuldige. Westliche Proteste? Fehlanzeige! Die saudische Bomberkoalition tötete bisher weit über 10.000 Unschuldige. Mit Waffen der USA und Großbritanniens. Auch Deutschland liefert Saudi-Arabien Waffen. Der hungernde Jemen braucht Nahrungsmittel und Medikamente. Der Westen aber liefert Bomben. Erbärmlich!

Logistisch werden die Bomben-Einsätze zu 100 % von Spezialisten westlicher Staaten koordiniert. Vor allem von den USA und GB. Ich habe die nächtlichen, vom Westen koordinierten Bomben-Angriffe Saudi-Arabiens bei meiner dreiwöchigen Dezember-Reise nach Sanaa mehrfach persönlich miterlebt. Amerikanische, britische und auch deutsche Bomben haben zusammen mit der totalen Einkesselung des Nordjemen zu einer der größten humanitären Katastrophen unserer Zeit geführt.

WAS TUN?

DER WESTEN könnte die täglichen Massaker sofort beenden, indem er seine kriminellen Waffenlieferungen an die saudisch geführte Bomber-Koalition einstellt.

DER IRAN könnte einen Beitrag zur Entspannung leisten, indem er sich ausdrücklich für die uneingeschränkte Neutralität des Jemen ausspricht. Die alten Kurzstrecken-Raketen, die die Huthis besitzen, stammen aus den Beständen der gestürzten pro-saudischen Regierung Saleh. Und nicht, wie die USA behaupten, aus dem Iran. Es ist technisch relativ einfach, sie zu Mittelstreckenraketen umzubauen. Die USA sagen leider nur selten die Wahrheit, wenn es um ihren „Erz-Feind“ Iran geht.

SAUDI-ARABIEN müsste endlich seine krankhafte Obsession gegenüber dem Iran überwinden, indem es in direkte Verhandlungen mit Teheran eintritt. Iran hat der saudischen Führung derartige Verhandlungen auf mehreren Kanälen angeboten. Denkbar wäre ein „Nichtangriffspakt für den gesamten Persischen Golf“. Diese Strategie wäre tausendmal klüger, als Iran zu sanktionieren und alle möglichen Sympathisanten des Iran zu bombardieren (Jemen), zu destabilisieren (Syrien) oder zu boykottieren (Qatar).

DIE JEMENITISCHEN KRIEGSPARTEIEN aber müssten die Gelegenheit bekommen, ohne Einmischung von außen ihren nationalen Dialog wieder aufzunehmen. Ich weiß von meinen intensiven Gesprächen mit der Führung der Huthi-Rebellen im Norden sowie mit der politischen Führung des Südens, dass die Friedensbereitschaft der Jemeniten deutlich größer ist als die der meisten ausländischen Staaten, die sich täglich in diesen tragischen Konflikt einmischen. Und ihn in gewissenloser Weise anheizen. Auch weil er ein großes Geschäft ist. Ein Geschäft mit dem Tod.

Euer JT